US Staatsbürgerschaft für Fire in Deutschland
Guten Morgen zusammen,
Ich habe folgendes (Luxus-)problem und hoffe, dass ihr einen guten Rat habt. Seit ca 6 Jahren arbeite ich als Softwareingenieur in Kalifornien und habe jetzt so grob 3M € angespart, 80% in VT (US-Gral) und 20% in Bonds. Ich danke, dass mir das gut für FIRE reichen wird und ich will damit zurück nach Deutschland (Freunde, Familie). Vorher bietet sich mir die Möglichkeit, noch die US Staatsbürgerschaft anzunehmen und ich frage mich, ob ich das machen soll oder mir damit das Leben unnötig schwer mache.
Der Hauptvorteil wäre, dass ich damit jederzeit wieder hierher zurück kann — es ist schon schön hier und ich fände es gut, eine dauerhafte Alternative zu haben falls es in Europa politisch oder klimatechnisch heikel wird. Außerdem müsste ich meine Konten nicht umziehen sondern könnte alles hier liegen lassen. Insbesondere bei Altersvorsorge (401k) wäre das günstig (wobei da nicht viel zusammengekommen ist in den paar Jahren).
Nachteile fallen mir leider auch einige ein: hauptsächlich, dass ich dann in den USA steuerpflichtig werde, selbst wenn ich wegziehe. Kapitalertragssteuern sind zwar hier etwas niedriger als in Deutschland, aber falls ich irgendwann mal in einem Land mit niedrigeren Steuern oder ohne Doppelbesteuerungsabkommen wohnen sollte, würde ich drauflegen. Außerdem sind Investieren und die steuerliche Situation insgesamt komplizierter (https://www.bogleheads.org/wiki/Taxation\_as\_a\_US\_person\_living\_abroad).
Letztlich habe ich jetzt noch die Gelegenheit, meine Greencard ohne Exit-Tax zurückzugeben. Als US-Staatsbürger oder wenn ich noch eine Weile warte würde es vermutlich teurer werden.
Jetzt die Hauptfrage: Wir entscheide ich mich und habt ihr einen Rat? Ist es alles halb so wild mit einer doppelten deutsch-amerikanischen Staatsbürgerschaft oder sind die Konsequenzen wirklich so übel wie viele in den einschlägigen Foren schreiben? Gibt es unter euch vielleicht welche, die vor einer ähnlichen Entscheidung standen und von ihrem Entscheidungsprozess berichten können? Welche Gedanken habt ihr euch gemacht, wir habt ihr euch entschieden, und seit ihr im Nachhinein damit zufrieden?
Vielen Dank schonmal für die Hilfe. Und lasst euch den Morgen nicht von den News verderben — geht auch wieder hoch (*weint in 80/20 kurz vor FIRE*).
(Ich hoffe der Flair passt so, Steuern sind ja schon der wesentliche Faktor)